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Aktuell

Stadtbahn-Weblog
NEU: Aktuelle Infos und News finden sich ab Ende 2008 im Weblog Weblog zur Stadtbahn Heilbronn.



Streitigkeiten in Stadtbahn gewaltfrei schlichten...

Erfolgsgeschichte geht weiter...

Stadtbahnbetreiber: Sicherheit an Haltepunkten reicht aus...

Stadtbahn macht Allee zur Promenade...

Nordstrecke soll 2012 fertig werden...

Schlüsselstelle Sülmer Tor...

Informationspolitik verprellt Kunden...

Bus und Bahn besser begestimmt...

Schon 10.000 Fahrgäste täglich...

Volle Züge bei der Strecken-Premiere...

PDF: Pressemitteilung von DB und AVG zum Stadtbahn-Start

Rückblick und Kostenübersicht...

Fass ohne Boden...

Bei der Bahn alles beim Alten...

Meilenstein im Nahverkehr...

Stadtbahn statt Autos...

Nordtrasse beschlossen...


16.September 2008: Streitigkeiten gewaltfrei schlichten

Auf der weißen Armbinde steht Schulwegbegleiter. Sie haben auch einen Ausweis. 24 Schüler des Justinus-Kerner-Gymnasiums (JKG) in Weinsberg traten gestern ihren Dienst an. Ihr Auftrag: in Bussen und Stadtbahnen mitfahren, rügen, ermahnen, Streit schlichten, auf korrektes Verhalten achten, Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen. Kein leichter Job.
Es ist ein Pilotprojekt des Weinsberger Gymnasiums in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Heilbronn und gründet auf der Kampagne "Schüüler-Fair-Kehr" im Land. (...)

Quelle: Heilbronner Stimme, Ganzen Artikel lesen...



12.September 2008: Erfolgsgeschichte der Stadtbahn geht weiter

Für immer mehr Menschen ist die Stadtbahn Teil ihres Alltages geworden. Sie nutzen die gelben Züge für Fahrten zum Arbeitsplatz, zur Schule, zum Einkaufen oder zu Freizeitaktivitäten. Besonders der Abschnitt Heilbronn/Trappensee-Öhringen erfreut sich großer Beliebtheit. Pro Jahr werden mehr als drei Millionen Fahrgäste befördert. Dies ergab einer Verkehrszählung.

"Das entspricht in etwa dem Fünffachen der früher im Schienenverkehr beförderten Personen", freut sich HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross über den Zuwachs. Besonders positiv wertet er die Tatsache, dass der überwiegende Teil der Fahrgäste Neukunden sind, die das Stadtbahnangebot nutzen. Nur etwa 33 Prozent der Fahrgäste seien Schüler oder Auszubildende. "Damit zeigt sich, dass die Stadtbahn von allen Bevölkerungsgruppen geschätzt wird", so Gross. Neben den Heilbronnern sind besonders die Weinsberger eifrige S-Bahnfahrer. Werktags steigen dort täglich rund 3.600 Fahrgäste ein oder aus, in Öhringen sind es zirka 3.100 und in Schwaigern etwa 2.900.

Quelle: Heilbronner Stimme...



19.Juli 2008: Stadtbahnbetreiber: Sicherheit an Haltepunkten reicht aus

Stadtbahnbetreiber: Sicherheit an Haltepunkten reicht aus

Leingarten - Zwei tödliche Stadtbahnunfälle binnen eines Monats in Leingarten. Zwei Mal wurden unaufmerksame Fahrgäste beim Queren des Gleisüberwegs vom Stadtbahn-Eilzug erfasst. Die Diskussion flammt wieder auf: Reicht die Sicherheit an den Haltepunkten aus?
Zweierlei Vorschrift
"Das wäre in Weinsberg nicht passiert." Ein Leingartener Stadtbahnnutzer verweist auf eine Schranke, die in Weinsberg den Zugang zum Gleis sichert. Dort ist diese gesetzlich Vorschrift, weil auf der Strecke auch Regionalexpress und Güterzüge fahren.
Für Siegfried Lorenz, den technischen Leiter der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG), sind die zwei tödlichen Unfälle in Leingarten zwar tragisch. Einen Anlass, die Sicherheit zu erhöhen, sieht er aber nicht. In beiden Fällen zeigte die Fußgängerampel am Gleisüberweg rot, ein lautes akustisches Signal warnte vor dem nahenden Eilzug. "Ich glaube nicht, dass durch weitere technische Sicherheitsstufen ein Augenblicksversagen von Menschen zu verhindern gewesen wäre", sagt Lorenz.
Mit Tempo 90 war der Eilzug in den Bahnhof gefahren. Die Vollbremsung, die doppelt so stark wie bei normalen Zügen ist, reichte nicht aus. "Die Frau wollte zum Bus und hat das Rotlicht und das akustische Signal offenbar übersehen und überhört", fasst Polizeisprecher Peter Lechner zusammen.
Genau in diesem Punkt setzt Verkehrssicherheitsingenieur Franz Schilberg aus Bergisch-Gladbach kritisch an, der von dem Tod der 76-Jährigen im Internet erfuhr. "An einen Haltepunkt, an dem Eilzüge durchfahren, gehört eine Schranke hin", fordert er. Die Bahnbetreiber denken seiner Ansicht nach "in Normen, nicht in Menschen". Wenn Fahrgäste beim Gleisübergang eine Kurve gehen, "blicken sie auf den Boden".
Die Rotlichtzeichen stünden in rund 2,60 Meter Höhe "verdammt hoch". Auch der akustische Warnton reiche nicht aus. "Wer weiß schon, was er bedeutet?" Aus Sicht des Ingenieurs verzichten Betreiber aus Kostengründen auf Schranken. "Man muss doch mit dem kritischsten Fall rechnen", verweist er auf Schwerhörige oder Unachtsame. (...)

Quelle: Heilbronner Stimme, Ganzen Artikel lesen...



20.Dezember 2007: Stadtbahn macht Allee zur Promenade

Gemeinderat hat entschieden - Stadtbahn macht Allee zur Promenade

Mit dem Ausbau der Stadtbahn in Richtung Norden wird die Allee zur attraktiven Promenade. Dazu werden nach dem heutigen Beschluss des Gemeinderats die Gleise zwischen Kaiserstraße und Weinsberger Straße getrennt links und rechts der Allee geführt. Bereits 2006 hatte der Heilbronner Gemeinderat die weitere Trassenführung über die Paulinenstraße und das Industriegebiet am Neckar nach Neckarsulm beschlossen. Die Gesamtkosten für die rund 3,6 Kilometer lange Strecke auf Heilbronner Gemarkung belaufen sich auf rund 58,25 Millionen Euro. Davon beträgt der Eigenanteil der Stadtwerke circa 18,8 Millionen Euro. Die Fertigstellung der Strecke - inklusive der Fortsetzung nach Sinsheim und Mosbach - ist für 2012/2013 vorgesehen.
Die Allee wird nach dem heutigen Beschluss weiterhin vierspurige Hauptverkehrsstraße und wichtiger Bestandteil des städtischen Busnetzes sein. Ein grüner Mittelstreifen sowie die beiden Baumreihen bleiben den Planungen zufolge bestehen. Die Grünplanung sieht vor, im Mittelstreifen weitere Bäume zu pflanzen. Erstmals sind auch Radwege entlang der Allee geplant.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Heilbronn, mehr Infos als pdf...



21.Juni 2007: Nordstrecke soll 2012 fertig werden

Planung läuft

2012 soll die Stadtbahn auch in Richtung Norden fahren. Um diesen ehrgeizigen Zeitplan zu halten, hat die Stadtwerke Heilbronn GmbH jetzt die ersten umfassenden Planungsleistungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro vergeben. In seiner gestrigen Sitzung stimmte der Aufsichtsrat nach europaweiter Ausschreibung der Vergabe an die Karlsruher Bietergemeinschaft aus DB International GmbH, Karlsruhe, TTK (Transport Technologie-Consult Karlsruhe GmbH) und der AVG (Albtalverkehrsgesellschaft mbH, Karlsruhe) zu.

"Heilbronn bekennt sich damit zum Schlüsselprojekt Stadtbahn, ich bin sicher, dass die Nordstrecke genauso erfolgreich sein wird wie die West-Ost-Strecke", erklärte Erste Bürgermeisterin Margarete Krug, die in ihrer Funktion als Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende erstmals eine Sitzung leitete.

Der weitere Zeitplan strebt einen Planfeststellungsbeschluss bis Ende 2008/Anfang 2009 an. Dann können auch die Zuschussanträge an Bund und Land gestellt werden. Nach Bewilligung der Zuschussanträge könnte ab 2009 die Feinplanung erfolgen und der Bau im Jahr 2010/2011 beginnen.
Die ausgewählten Planungsbüros waren bereits an der Planung und am Bau der West-Ost-Stadtbahnstrecke beteiligt und können nach Ansicht von Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Schmidt die dabei gewonnenen Erfahrungen in die neuen Planungen einfließen lassen.
Die Stadtbahn-Nordstrecke wird an der Allee von der bestehenden Trasse abzweigen und über Mannheimer Straße - Paulinenstraße - Sülmer Tor - Salzstraße - Industrieplatz - Austraße - Hans-Rießer-Straße und dann bis Neckarsulm parallel zur bestehenden Bahnlinie geführt. Von dort aus werden die Stadtbahnen auf der DB-Trasse künftig über Bad Friedrichshall Sinsheim und Mosbach erreichen. Die Stadtwerke Heilbronn GmbH sind für Bau und Finanzierung des drei Kilometer langen Abschnitts auf Heilbronner Gemarkungsfläche zuständig.
Die Kosten für die gesamte Nordstrecke (einschließlich Planung) belaufen sich auf 136 Millionen Euro, auf den Heilbronner Abschnitt entfallen rund 59 Millionen Euro. Davon müssen die Stadtwerke Heilbronn GmbH 19 Millionen Euro aufbringen.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Heilbronn



13.Februar 2007: Schlüsselstelle Sülmer Tor

Wie kommt die Stadtbahn einmal durch die Unterführung beim Sülmertor? Im Technischen Rathaus werden zurzeit vier Möglichkeiten untersucht.

Das Sülmertor ist die innerstädtische Schlüsselstelle für die Stadtbahntrasse Richtung Norden. Intensiv setzen sich deshalb die Fachleute im Technischen Rathaus mit diesem zentralen Punkt planerisch auseinander. Die Vorgabe von Baubürgermeister Wilfried Hajek lautet dabei: "Die Abhängigkeiten zur Bahn sind so gering wie möglich zu halten." Vier Varianten werden derzeit unter der Prämisse "Bauen unter Verkehr" untersucht:

* Ein Brückenneubau. "Ein solches Projekt kann jedoch nur unter Kostenbeteiligung der Bahn angegangen werden", macht Hajek deutlich. Die Verhandlungen hierüber sind noch nicht abgeschlossen.
* Tieferlegung der Fundamente und Bau eines Fuß- und Radweges. "Das wäre die Minimallösung", so Bürgermeister Hajek.
* Ertüchtigung der Fundamente und Tieferlegung der Trasse um etwa 50 Zentimeter. Parallel dazu müsste ein Fußgängertunnel gebaut werden.
* Verlegung der Trasse Richtung Industriegleis und Bau einer neuen Brücke.

Stand heute geht der Heilbronner Baubürgermeister davon aus, dass die Stadtbahn Richtung Bad Friedrichshall-Jagstfeld, Sinsheim und Neckarelz 2012/2013 fahren wird. Die vom Gemeinderat beschlossene Trasse durch die Paulinenstraße hält Hajek für richtig: "Sie bringt städtebaulich den größten Nutzen, zumal entlang dieser Straße dringend Handlungsbedarf besteht." Wie in der Bahnhofstraße erwartet Hajek auch für die Paulinenstraße einen durch die Stadtbahn bedingten Schub. "Die Hauseigentümer müssen animiert werden, in ihre Immobilie zu investieren", lautet Hajeks Forderung.
Würde die Stadtbahn durch die Weipertstraße fahren, müsste diese wichtige Verkehrsader auf zwei Fahrbahnen verengt werden: "Damit würden wir dem dortigen Handel keinen Gefallen tun." Zudem fragt Hajek: "Wer transportiert einen Fernseher mit der Stadtbahn?"
Der Stadtbahn-Haltepunkt "Böckingen" wird im Laufe des Jahres fertiggestellt. Im Zuge dieser Arbeiten erhalten die Beschützenden Werkstätten einen breiteren Verbindungsweg, zum anderen wird die dortige Buswendeplatte auf Normalmaß eingedampft: "Sie war zu verschwenderisch geplant", begründet Hajek.

QUELLE: HEILBRONNER STIMME...



2.Februar 2007: Informationspolitik verprellt Kunden

Stadtbahnbetreiber erkennt die Notwendigkeit für ein zentrales Management

Der Ausfall eines Rechners im Stellwerk Eppingen, eine defekte Weiche in Öhringen oder eine abgerissene Oberleitung in Heilbronn. Stadtbahnen kommen zu spät oder überhaupt nicht. Fahrgäste beschweren sich selten über Verspätungen, wohl aber über den damit verbundenen schlechten Service. Kundeninformationen kommen immer noch zu selten über die Lautsprecher. Warum eigentlich?
"Das ist für uns ein ärgerliches Dauerthema, denn immer wieder werden Beschwerden über mangelnde Informationen vorgebracht", sagt Hubert Waldenberger, Pressesprecher des Heilbronner Landratsamtes. Das räumt auch Gerhard Gross, Chef des Heilbronner Verkehrsverbundes ein: "Wichtig ist einfach die Grundinfo, die den Fahrgästen zur Verfügung gestellt werden muss." Er selbst ist täglich Nutzer der Stadtbahn von zuhause auf dem Weg in die HNV-Schaltzentrale in der Heilbronner Olgastraße. Daher ist er sicher: "Mit der Informationspolitik ist es besser geworden."
Besser vielleicht, aber nicht ausreichend. Kürzlich in Öhringen: Schüler stehen ohne Infos über eine halbe Stunde am Bahnhof. Sollen sie warten, heimgehen oder kommt ein Ersatzbus?
Zwei Probleme sind erkennbar, wenn Siegfried Lorenz, technischer Leiter der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) die Situation beschreibt: Im Stellwerk Eppingen ist eine Person für die Strecke Bretten-Bauerbach bis Heilbronn-Böckingen sowie für die Bahn nach Sinsheim-Steinsfurt zuständig. Signale freischalten, manuell Einfahrten in den Bahnhof der Kraichgaustadt koordinieren, etwa Rangierbewegungen am Haltepunkt Schwaigern-West steuern - das hat Vorrang. Erst danach kommt der Service, die Durchsage. Zu wenig Personal in den Fahrdienstleitzentrale?
Die Haltepunkte sind nach Gruppen aufgeteilt, können nur stufenweise bedient werden. Das hat folgenden Hintergrund: Wenn ein Zug in Eppingen auf sich warten lässt, fährt die vorhergehende Stadtbahn womöglich gerade erst (pünktlich) in Schwaigern ab. In Leingarten darf man jetzt noch nicht die Verspätung verkünden, sondern erst dann, wenn dieser pünktliche Zug den Haltepunkt passiert hat.
Das nächste Problem: Es gibt keine zentrale Koordination. Ist die AVG bis Böckingen zuständig, so koordiniert die Fahrdienstleitung der Deutschen Bahn am Stellwerk Heilbronn die Strecke bis Eschenau. Von dort bis Öhringen ist die DB-Fahrdienstleitung Öhringen zuständig. Um die Verwirrung komplett zu machen: Den innerstädtischen Bahnbetrieb "Bahnhof bis Trappensee" managt die Zentrale der Stadtwerke in der Harmonie.
"Eine Lösung aus einem Guss" strebt Lorenz an. Seine Idee: Unter der Regie der AVG soll in Heilbronn ein zentrales Informations- und Notfallmanagement eingerichtet werden. Das erfordert bei permanenter Besetzung drei zusätzliche Mitarbeiter mit jährlichen Kosten von 200 000 Euro. Kundeninformationen sollen von dort gezielt für die komplette Strecke Öhringen-Eppingen ausgegeben werden. Zudem, so Lorenz, sollen dann an allen Haltepunkten Displays installiert werden, die die Abfolge der eintreffenden Bahnen und damit auch Verspätungen anzeigen. Verkabelung, technische Installation und Hardware kosten pro Haltestelle 60 000 Euro, eine Investition von über einer Million Euro. Lorenz: "Das geht nur mittelfristig." Solange heißt es für den Fahrgast, sich in Geduld üben.

QUELLE: Rolf Muth, HEILBRONNER STIMME...



5.April 2006: Bahnen und Busse sind nun besser abgestimmt

Die Anfangsschwierigkeiten sind beseitigt, fast alle Kinderkrankheiten ausgeräumt. Über 10 000 Leute steigen täglich in die Stadtbahnen auf der Strecke Heilbronn - Öhringen ein. Landratsamt und Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) sind sehr zufrieden.

Busse und Bahnen, die nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind, Fahrgäste, die Anschlüsse verpassen - so sprach kürzlich der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall vom "hohen Frustpotenzial bei Fahrgästen im Abendverkehr" und nannte eine Frau, die zu Fuß nach Waldbach läuft, weil die Stadtbahn zu spät in Eschenau ankomme.
Doch größtenteils scheinen die Probleme bis auf Einzelfälle seit dem Stadtbahnstart am 10. Dezember 2005 ausgeräumt zu sein. 110 Züge verkehren werktags zwischen Heilbronn und Öhringen.
Die Reaktionen vieler Kunden stimmen Claus-Jürgen Renelt, Chef des Kreisplanungsamts im Landratsamt Heilbronn, und AVG-Verkehrsplaner Martin in der Beek zuversichtlich. "Es läuft hervorragend", meint Renelt erfreut. "Es ist für uns ein Erfolg", zieht Martin in der Beek nach 114 Tagen ein Zwischenfazit. Im Vergleich zu rund 40 anderen Neubaustrecken sei der Start "relativ positiv verlaufen". Klar ist: Jede neue Trasse hat ihre Tücken. Das Personal muss sich an die Strecke gewöhnen, die Kunden an den Takt. Bahn- und Bussystem müssen sich wegen der knappen Umsteigezeiten aufeinander einspielen. Es gilt, den Wageneinsatz - wie nach den Weihnachtsferien geschehen - zu optimieren.
Claus-Jürgen Renelt verschweigt die Abstimmungsschwierigkeiten zu Beginn nicht: Kommunikationsprobleme zwischen Bahn und Bussen. Deshalb seien die Fahrpläne in Nuancen angepasst worden. Renelt: "Seither habe ich keine Klagen mehr auf dem Tisch."
Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, baut die AVG Busanschluss-Signale ein. Wenn die Bahn eine Kontaktschleife überfährt, löst sie an Haltepunkten eine Ampel aus. Auf einen Blick sieht der Bus-Chauffeur, dass die Stadtbahn gleich eintrifft. In Schwaigern und Gemmingen habe sich dieses System auf der Eppinger Strecke bewährt, so der AVG-Abteilungsleiter.
In jeder zehnten Stadtbahn sind über den Türen Lichtschranken installiert. Die Detektoren lösen automatische Fahrgast-Zählungen aus. In der Beek spricht von einer Größenordnung von 10 000 Kunden pro Tag in den ersten Monaten, wobei der März noch nicht ausgewertet ist.
Der Chef des Kreisplanungsamts legt noch eine Schippe drauf. "Die Züge nach Öhringen sind besser besetzt als die nach Eppingen. Das hat mit der Siedlungsstruktur zu tun." Die Zielgröße von 14 000 bis 15 000 Fahrgästen sei bald realistisch.
Wie pünktlich fahren die Bahnen? 95 bis 98 Prozent erfüllen nach Ansicht des AVG-Experten die DB-Kriterien. Das heißt: Sie treffen höchstens bis zu fünf Minuten verspätet ein. Martin Schmolke, DB-Pressesprecher in Stuttgart, spricht von einem sehr guten Pünklichkeits-Wert im März in Öhringen: "97 Prozent." Es gebe auch in den Regionalzügen eine steigende Tendenz der Kunden auf der Strecke. Genaue Zählungen lägen noch nicht vor. Die Zusammenarbeit mit der AVG bezeichnet Schmolke als sehr gut: "Es läuft reibungslos."
Zudem installiert die DB einige zusätzliche Fahrscheinautomaten an Haltestellen wie beispielsweise in Ellhofen, da die Zahl nicht ausgereicht hat. Renelt hat alle Partner wie Kommunen, Bahn, AVG oder Busunternehmen angeschrieben, um deren Erfahrungen über die Stadtbahn einzuholen: "Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv."
Zwei Haltepunkte sind nach den Sommerferien Mitte September fertig: Gewerbepark Weinsberg/Ellhofen und Öhringen-West. Frühestens Anfang 2007 hält der Zug dann auch in Weinsberg-West.

QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



12.Januar 2006: Schon 10.000 Fahrgäste täglich

Rund 10 000 Pendler und Schüler fahren schon täglich auf der neuen Stadtbahnstrecke Heilbronn-Öhringen. Davon sind die Betreiber sehr positiv überrascht. Zu den Anlaufschwierigkeiten gehören Zugverspätungen und defekte Automaten an Bahnsteigen.

Zehn Prozent der Stadtbahnen sind mit Lichtschranken an Türen ausgerüstet. Mit dem automatischen System zählt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) die Reisenden, auch auf der am 10. Dezember 2005 eingeweihten Strecke. "Es ist ein sehr hohes Fahrgastaufkommen", freut sich AVG-Fahrplanexperte Martin in der Beek über täglich rund 10 000 Stadtbahnnutzer. "Super" sagt Gerhard Gross, Geschäftsführer des Heilbronner-Hohenloher-Haller-Nahverkehr (HNV), zum Stadtbahnstart: "Darauf kann man wirklich aufbauen."
Jedes neue Verkehrssystem ist vor Kinderkrankheiten nicht gefeit. Pendler klagten ihr Leid über verspätete Züge, verpasste Busse, nicht funktionierende Automaten. Und Schüler über Stadtbahn-Kapazitätsprobleme nach Schulschluss um 15.30 Uhr in Weinsberg. Der Betriebsablauf habe sich erst einspielen müssen, so Martin in der Beek.
Anfang Januar sprach eine große Runde mit Vertretern von Nahverkehrsgesellschaft, Bahn, AVG, Busunternehmen, HNV und Landratsamt neuralgische Punkte an. "Es ist ärgerlich, wenn die Stadtbahn verspätet kommt und dann in Willsbach der Omnibus weg ist", erklärt Helmut Nef, stellvertretender Amtsleiter im Straßenverkehrsamt des Landratsamts Heilbronn. Der Busfahrer könne nur rund zwei Minuten warten, um den Ringanschluss nicht zu gefährden. Die AVG hat laut ihrem Verkehrsplaner den Umlaufplan für Fahrdienstleiter und Lokführer ãoptimiert", um die Pünktlichkeit zu erhöhen. Allerdings hätten nur vier Prozent der Stadtbahnen über vier Minuten Verspätung am Messpunkt Öhringen. In der Beek: "Für eine neue Strecke ein erfreulicher Wert."
Damit Busfahrer wissen, ob Züge bald einfahren, werden Induktionsschleifen an Schienen verlegt, die über eine Ampel die Ankunft signalisieren. Dieses System habe sich seit langem in Schwaigern bewährt, weiß der HNV-Geschäftsführer.
Störanfällige Ticketautomaten, die teilweise nur an einer Bahnsteigseite stehen, bereiten ebenfalls Probleme. Nef mahnt einen "Nachholbedarf" an. Die Bahn soll laut Gross eine Auflistung vorlegen, wie sie zugänglich sind und ob weitere aufgestellt werden. Nicht zu vergessen die "Vorwitzigen, die daran rumspielen" und sie außer Betrieb setzen, klagt der Verkehrsmanager.
In einem Punkt haben die Beteiligten schnell reagiert. Dienstags stand ein großer Schülerpulk nach der achten Stunde im Bildungszentrum Rossäcker am Weinsberger Bahnhof. "Die Stadtbahn war schnell voll", erklärt Hans-Jürgen Maciejewski, Schulleiter am Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG). Ein Wagen reichte nicht, ebenso wenig ein Doppelfahrzeug. ãWir machen es mit Omnibussen", nennt Nef, der für die Schülerbeförderung in der Kreisbehörde zuständig ist, die neue Lösung. Dienstags und donnerstags fährt um 15.40 Uhr vom Schulzentrum ein Bus direkt nach Lehrensteinsfeld, Wimmental und Grantschen ab. ãNormalerweise dürfte es damit keine Kapazitätsprobleme mehr geben", glaubt Nef.
Die Anfangsschwierigkeiten versteht JKG-Schulleiter Maciejewski nicht als große Kritik: "Das muss sich einpendeln." Die Schüler kämen morgens pünktlich zum Unterricht. Und an der Bushaltestelle beim Schulzentrum sei Ruhe eingekehrt. Sein Fazit: ãWir sind froh, dass die Stadtbahn da ist."

QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



12.Dezember 2005: Volle Züge bei der Strecken-Premiere

Volle Stadtbahnen und Züge. Über 50 000 Fahrgäste pendelten am Wochenende auf der neuen Stadtbahnverbindung von Heilbronn bis Öhringen-Cappel. Offiziell wurde die 29 Kilometer lange Strecke am Samstag eingeweiht.

Sonnenschein und strahlende Gesichter. Auch der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach freut sich vor der Harmonie über die Erweiterung der längsten Stadtbahnstrecke: 108 Kilometer von Karlsruhe bis Öhringen. Himmelsbach spricht von einem gewaltigen finanziellen Kraftakt für Bund, Land, Kommunen. Fast 250 Millionen Euro verschlangen Infrastruktur und Fahrzeuge von Eppingen bis Hohenlohe. Mit einem kräftigen Pfiff in die gelbe WM-Pfeife gibt Himmelsbach das Startsignal.
Die blumengeschmückte Rizzi-Bahn surrt ein. Um 10.37 Uhr rollt die Eröffnungsbahn für geladene Gäste los. Kurzer Stopp am Pfühlpark. Die Hauptakteure durchschneiden das rot-weiß-blaue Band.
Wie erwartet, schwingt sich Dieter Ludwig, Chef der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), auf den Fahrersitz. Wegen einer Störung im Stellwerk Heilbronn , so Ludwig, zeigt das Signal einige Minuten Rot. Dann freie Fahrt, zügig huscht die Rizzi-Bahn durch den Weinsberger Tunnel. Klatschend empfangen viele Weinsberger am Bahnhof um 11 Uhr die erste Bahn. Blasmusiker spielen in Ellhofen auf. Über 300 Gäste steigen am Willsbacher Bahnhof zu den Festreden aus.
Obersulms Bürgermeister Harry Murso ist begeistert, dass die Strecke mit einem nun leistungsfähigen und attraktiven Nahverkehr aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Staatssekretär Rudolf Köberle vom Landes-Innenministerium lobt das innovative Verkehrsprojekt und die Vollendung der Ost-West-Achse. Köberle wirft aber auch der Bahn vor, dauernd an der Preisschraube gedreht zu haben, was das Projekt an den Rand des Scheiterns gebracht hat.
Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg spricht von einem Riesengeschenk für den Wirtschaftsraum. Die Stadtbahn wird unseren Landkreis und unseren Raum voranbringen . Gleichzeitig richtet Piepenburg den Blick nach vorn, auf die Stadtbahn von Nord nach Süd. Dafür sollten sich die Abgeordneten der Region einsetzen.
Die Strecke mit der längsten Bauzeit von zweieinhalb Jahren ist für Ludwig bereits die 42. Einweihung im AVG-Netz. Mit zeitaufwendigen Verfahren, hohen Standards habe die Bahn gebremst. Ludwig geißelt überhöhte DB-Stationspreise, fordert das Land zum Handeln auf: So kann es nicht bleiben. Viel Beifall für Ludwig, der zur Weiterfahrt nach Öhringen drängt.

QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



7.Dezember 2005: Notbremse nach Kostenschock gezogen

Der Stadtbahnausbau von Heilbronn bis Öhringen und die Kosten waren ein Dauerbrenner, verbunden mit Preisaufschlägen, zuletzt mit Einsparungen. Seit August 2004 hat sich an der Gesamtsumme mit Fahrzeugen nichts mehr geändert: 106,7 Millionen Euro müssen Bund, Land, Kommunen und Kreise zahlen.

Die Stadtbahn Eppingen-Heilbronn, die am 26. September 1999 erstmals in den Hauptbahnhof einfährt, wird mit 58,75 Millionen Euro abgerechnet. 21,2 Millionen Euro für die Stadtbahnwagen kommen hinzu. Wie teuer wird die Verlängerung der S 4-Linie bis Öhringen? Nachdem die Albtalverkehrsgesellschaft die Planung mit den beiden Landkreisen und den Kommunen abstimmt hat, nennt AVG-Chef Dieter Ludwig im Jahr 2002 eine geschätzte Investitionssumme bis Öhringen-Bahnhof von insgesamt 60,6 Millionen Euro.
Bei der Vertragsunterzeichnung im Januar 2003 ist für den Streckenausbau von 37,6 Millionen Euro und 16,2 Millionen für die Haltepunkte die Rede. "Aber ohne Planungskosten und Eisenbahn-Bundesamtgebühren", verdeutlicht Claus-Jürgen Renelt, Chef des Kreisplanungsamts der Heilbronner Kreisbehörde.
Doch diese Summen lassen sich nicht halten. Die Sanierung des Weinsberger Tunnels ist mit 12,3 Millionen Euro wesentlich teurer als gedacht. Und für die Leit- und Sicherungstechnik müssen Kreise und Kommunen tiefer in die Tasche greifen, da die Bahn statt 50 nur 35 Prozent übernimmt. So entscheidet das Bundesbahnamt.
Im September 2003 steigen die Investitionskosten drastisch auf über 76 Millionen Euro. Der Kostenschreck fährt den Verantwortlichen im Jahr 2004 noch tiefer in die Glieder: Plötzlich ist gar von 88,9 Millionen Euro die Rede.
Da ziehen Bund, Land, Bahn, AVG, Landkreise und Kommunen im Sommer 2004 die Notbremse. "Es ging nur mit konzeptionellen Einschnitten", fasst AVG-Projektchef Siegfried Lorenz das Resultat der Beschlüsse zusammen. 12,4 Millionen Euro werden gestrichen. Darunter der Gleiswechselbetrieb, das Wendegleis in Eschenau, die teuren Unterführungen mit Aufzügen in Weinsberg und Öhringen, ein Gleis und die Abstellhalle in Cappel. Stolz ist Lorenz darauf, dass erstmals auf DB-Strecken Reisende mit Signalanlagen ebenerdig zum Zug gelangen - eine Bauweise, die zwischen Eppingen und Heilbronn auf der gepachteten Kraichgaustrecke längst Standard ist. Allein vier bis fünf Millionen Euro sparen die Stadtbahnbauer ein, weil der Schienenersatzverkehr - Bus statt Bahn- bis zur Stadtbahneinweihung verlängert wird. Bauen unter dem "rollenden Rad" wäre viel teurer.
"Die im August 2004 genannten Kosten sind nach wie vor gültig", sagt Renelt. 44,5 Millionen Euro für die Streckeninfrastruktur, 23,7 Millionen für die Haltepunkte, 8,2 Millionen Euro für die Planung bis Öhringen-Cappel. Rund 85 Prozent davon werden durch Zuschüsse von Bund und Bahn abgedeckt. Den Rest teilen sich die beiden Landkreise und sechs Kommunen entlang der Strecke. Nicht zu vergessen die 30,166 Millionen Euro für zehn Stadtbahnwagen. Der AVG-Experte Lorenz weiß, was die Bahn aus Eigenmitteln zahlen wird: rund zehn Millionen Euro.

Stadtbahnwagen nach Pendleranteil gezahlt

Für den neuen Stadtbahnabschnitt von Heilbronn bis Öhringen-Cappel mussten die Städte und Gemeinden zehn Fahrzeuge kaufen. Kostenpunkt: 30,166 Millionen Euro. Die Hälfte steuerten Bund und Land nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bei. Nach dem prognostizierten Pendleranteil ist der Kostenschlüssel der sechs Kommunen an der Strecke bei den Wagen mit 15,08 Millionen Euro aufgeteilt. Mit 32,75 Prozent oder 4,9 Millionen Euro ist Heilbronn bei den Fahrzeugen der größte Zahler. Am Schluss rangiert Ellhofen (6,4 Prozent) mit 965 000 Euro.
Für die Investitionen in Strecke und Haltepunkte übernehmen Bund und Land jedoch 85 Prozent. Hierbei überweisen die Kommunen ihren Anteil je nach dem Streckenanteil. Mit 29,71 Prozent weist die Flächengemeinde Obersulm den längsten Gleisabschnitt auf. Heilbronn ist hierbei ab Trappensee nur mit 6,26 Prozent beteiligt.
Entscheidend für die Kommunen ist jedoch die Summe, die sie insgesamt für das gesamte Stadtbahnprojekt aus eigener Kraft schultern müssen, inklusive der Kosten für die Park- und Ride-Plätze. Die Kämmerer der Städte und Gemeinden haben in ihren Etats folgende Endsummen vorgesehen.
Heilbronn hat ab Trappensee insgesamt 5,79 Millionen Euro für die neue Stadtbahn ausgegeben. Obersulm rechnet mit insgesamt 5,04, Öhringen mit 4,4 Millionen Euro. Nicht zu vergessen die beiden Landkreise, die jeweils rund sieben Millionen Euro beisteuern. Insgesamt haben Kommunen und Kreise fast 38 Millionen Euro investiert.

Gesamtkosten für Kreise und Kommunen [in Mio. Euro]

* Heilbronn: 5,79
* Weinsberg: 3,00
* Ellhofen: 1,20
* Obersulm: 5,04
* Bretzfeld: 4,30
* Öhringen: 4,40
* Landkreis Heilbronn: 7,08
* Hohenlohekreis: 7,10


QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



29.November 2005: "Ein solches Fiasko darf es nicht wieder geben"

Die millionenschwere Verteuerung des Stadtbahnausbaus Heilbronn - Öhringen scheint wie ein Fass ohne Boden. Die Gebührenpraxis der Deutschen Bahn für die Haltestellenstopps schlägt dem Fass aber den Boden aus, meint etwa der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall.

Die Deutsche Bahn hat sich mit den bundesweit neu geordneten Stationspreisen selbst übertroffen. Wie berichtet ist der vor vier Jahren angesetzte Preis der DB Station & Service für die Haltepunkte im Weinsberger Tal nach Öhringen von 100 000 Euro um 900 000 auf eine Million Euro geklettert. Pro Jahr!
700 000 Euro muss das Land tragen, 300 000 die kommunale Seite, sprich Landkreis Heilbronn und der Hohenlohekreis sowie die Kommunen. Völlig außer Acht gelassen wird, dass die kommunale Seite und das Land die Haltepunkte zu 100 Prozent finanziert haben - ohne Beteiligung der Bahn.
In den Kommunen im Weinsberger Tal gärt es. Den ohnehin schon gebeutelten kommunalen Haushalten ist diese Zusatzbelastung nur schwer zusätzlich aufzubürden, den Bürgern kaum mehr zu vermitteln. Reinhold Gall, Gemeinderat in Obersulm: "Die Leute nehmen uns doch nicht mehr ernst." Wie sein Landtagskollege von der CDU, Bernhard Lasotta, fordert er den politischen Aufschrei der ganzen Raumschaft. Und er fordert das Landratsamt wie auch das Land auf, den Klageweg zu beschreiten.
Doch wo den Hebel ansetzen? Ein Papier von Rudolf Köberle, Staatssekretär im Stuttgarter Innenministerium, macht deutlich, wie Landkreis und Kommunen in absolute Abhängigkeit geraten sind. Zwischen dem Land und der kommunalen Seite besteht keine vertragliche Vereinbarung mit der DB Station & Service, in der die Höhe der Stationsentgelte geregelt wäre. Vertragspartner der DB sei nur das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das die Infrastruktur der Deutschen Bahn nutzt - also in diesem Falle die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) in Karlsruhe.
Die AVG habe jetzt die Möglichkeit, beim Eisenbahn-Bundesamt als Regulierungsbehörde Beschwerde zu führen. Köberle: Sollte die Regulierungsbehörde die Höhe der Stationspreise nicht beanstanden, verbleibt den Eisenbahnverkehrsunternehmen immer noch der Gang vor Zivilgerichte. Deshalb empfiehlt das Innenministerium, die neuen Stationspreise nur unter Vorbehalt zu bezahlen.
Bernhard Lasotta fordert, dass nicht nur die AVG, sondern auch der Landkreis Heilbronn und das Land Konsequenzen ziehen und ihren Protest gegenüber dem Bundeseisenbahnamt formulieren müssten. Der Landes- und Kreispolitiker befürchtet ansonsten negative Folgen für die Entwicklung der Stadtbahn-Nordachse. Das treibt auch Gall um: Das ist ein verheerendes Signal. Ein solches Fiasko können wir uns nicht noch einmal erlauben. Für die anstehenden Haushaltsberatungen im Kreistag kündigt Gall eine harte Runde an: Der Landkreis ist jetzt in der Pflicht und muss sich massiv wehren.
Leichter gesagt als getan? Kreisplanungs-Chef Claus-Jürgen Renelt betont, dass dem Landkreis Heilbronn eine rechtliche Handhabe fehle. Das Land bestellt den Nahverkehr und refinanziert sich zum Teil bei uns. Alle Bundesländer, außer Baden-Württemberg, haben sich gegen die neuen Preise nicht sonderlich gewehrt. Als Vertragspartner sei die kommunale Seite also außen vor. Ein politischer Protest? Das ist Schattenboxen , sagt Pressesprecher Hubert Waldenberger. Da rennen Sie gegen die Wand , erinnert sich Landrat Detlef Piepenburg an quälende Verhandlungen mit der Bahn. Die Stationspreise früher festzuzurren, sei am Unwillen der DB gescheitert. So handelt ein Monopolist.

QUELLE: Rolf Muth, HEILBRONNER STIMME...



27.September 2005: Bei der Bahn bleibt alles beim Alten

Während die Stadtbahn nach Öhringen ab 10. Dezember den Bahnkunden neuen Komfort verspricht, bleibt bei den Zügen der Deutschen Bahn AG (DB) alles beim Alten. Statt moderner Triebwagen rollen weiterhin abgehalfterte Schienenbusse nach Schwäbisch Hall und Crailsheim.

Bis Dezember 2002 fuhren auf der Enztalbahn von Pforzheim nach Bad Wildbad Nahverkehrszüge mit Dieselbetrieb, die vom Komfort her zu wünschen übrig ließen. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2002 verkehren auf dieser Strecke elektrische Stadtbahnen mit einer komfortablen Innenausstattung." So hieß es jüngst in einer Pressemitteilung des Landes zum überaus erfolgreichen Stadtbahnverkehr im Enztal. Dasselbe könnte man auch über die Bahnlinie von Heilbronn nach Öhringen sagen - bis auf den Unterschied, dass dort auch weiterhin parallel zur Stadtbahn genau jene alten Dieselzüge tuckern sollen.

Elektrisch nur bis Öhringen

Neben den regulären Stadtbahnen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) sollen künftig wieder alle zwei Stunden schnelle RegionalExpress-Züge von Heilbronn über Schwäbisch Hall nach Crailsheim rollen. Dort besteht dann Anschluß in Richtung Nürnberg. ‹Wir werden diese Züge auch weiterhin mit VT 628 fahren", sagt Peter Rumpf, Leiter der verantwortlichen DB Regio in Baden-Württemberg.
Einzige Ausnahme: ein elektrisches Zugpaar der DB pendelt morgens und abends als zusätzlicher RegionalExpress zwischen Heilbronn und Öhringen. "Diesen Zug fahren wir mit Ellok und normalen Wagen", ergänzt Rumpf. Alle DB-Züge benutzen in Heilbronn zwischen Pfühlpark und Hauptbahnhof weiterhin die alte Bahnstrecke, die im Rahmen des Stadtbahnausbaus ebenfalls eine elektrische Oberleitung erhielt. Bei Bedarf können hier auch Stadtbahnen fahren.
Da die Elektrifizierung der Hohenlohebahn bislang nur bis Öhringen-Cappel reicht, können auch in Zukunft nur Dieselzüge weiter in Richtung Schwäbisch Hall fahren. Die nun wieder zum Einsatz kommenden VT 628 haben oft schon Jahrzehnte auf dem Buckel und sind bei Fahrgästen wegen zerschlissener und durchgesessener Sitze berüchtigt. Fachleute bezeichnen die einmotorigen Züge gerne auch als ‹lahme Enten".

Keine neuen Fahrzeuge

Von modernen komfortablen Dieseltriebwagen, wie sie in anderen Bundesländern bereits flächen deckend im Einsatz sind, ist jedoch in ganz Nordwürttemberg bislang kaum eine Spur auszumachen. Lediglich im Süden des Landes sind eine Vielzahl kleiner Triebwagen vom Typ Regio-Shuttle unterwegs. Vor der Stillegung der Hohenlohebahn kam ein solcher Zug auch einmal am Sonntag von Crailsheim aus bis nach Heilbronn.
Bahnchef Rumpf macht auch keine Hoffnung, dass in absehbarer Zeit DB-Fahrgäste im Unterland mit komfortableren Zügen rechnen können. Die Beschaffung moderner, spurtstarker und leiser Dieseltriebwagen ist von DB Regio nicht geplant - es sei denn, Kommunen oder Land würden für die Züge bezahlen.
Hatte sich der DB-Konzern schon beim Streckenausbau nicht gerade übermäßig engagiert und die Finanzierung weitgehend den Kommunen überlassen, so muss sich auch die Verkehrstochter DB Regio künftig zwischen Heilbronn und Öhringen nicht mehr besonders anstrengen. Der gesamte Stadtbahnbetrieb wird nämlich in einem Konsortium von AVG und DB Regio organisiert, die künftig nicht zu verachtenden Einnahmen werden partnerschaftlich aufgeteilt - egal ob neue oder verschlissene Züge fahren.

QUELLE: Michael Schwager, SCRITTI-Text&Bild...



22.September 2005: Ein Meilenstein im Nahverkehr

Am 10. Dezember bricht für das Weinsberger Tal und den westlichen Hohenlohekreis ein neues Nahverkehrszeitalter an: Um 10.30 Uhr fährt die erste Stadtbahn von Heilbronn nach Öhringen. Bei der Fahrplankonferenz wurden gestern im IHK Haus der Wirtschaft Details vorgestellt.

Die S 4 verkehrt montags bis freitags im 20-Minutentakt, wobei zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 16 Uhr nur zwei Mal stündlich gefahren wird. Samstags fahren die Stadtbahnen zwei Mal stündlich, am Sonntag im Stundentakt. Letzte Abfahrt in Heilbronn (Hauptbahnhof) ist täglich um 1.15 Uhr. In Öhringen-Cappel fährt die letzte Stadtbahn um 0.05 Uhr nach Heilbronn.
Im überregionalen Verkehr werden alle zwei Stunden Regional-Expresszüge in der Relation Heilbronn - Öhringen - Schwäbisch Hall - Crailsheim angeboten. Diese Züge haben in Öhringen und Weinsberg Anschlüsse an das neue Stadtbahnsystem. Ferner fährt alle zwei Stunden um eine Stunde versetzt eine Regionalbahn zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall-Hessental mit Stadtbahnanschluss in Öhringen.
Besonders deutlich wird die Verbesserung des Angebots beim direkten Vergleich der Fahrtenzahl. Verkehrten früher auf der Strecke Heilbronn - Öhringen 46 Züge, fahren nun montags bis freitags 110 Stadtbahnen und Regional-Expresszüge. Hinzu kommen noch 30 Stadtbahn-Pendelfahrten als Zubringerzüge im Abschnitt Heilbronn - Weinsberg.
Verbessert wurde auch der Schülerverkehr von Eppingen nach Heilbronn. Ab 12. Dezember wird der Zug ab Schwaigern-West um 6.55 Uhr mit zwei Wagen fahren.
Zur Eröffnung der neuen Stadtbahnlinie organisieren die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und die Deutsche Bahn zusammen mit den Kommunen entlang der neuen Strecke ein großes Fest. Unter anderem kann die neue Verbindung zum Nulltarif getestet werden.

QUELLE: Joachim Friedl, HEILBRONNER STIMME...



8.August 2005: Am Sülmertor weichen Autos der Stadtbahn

Welche Konsequenzen die Stadtbahn für den Verkehrsfluss in der Heilbronner Nordstadt hat, wurde bei der jüngsten Baustellen-Rundfahrt des Gemeinderates am Wochenende deutlich.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt von der Heilbronner Harmonie über die Paulinen- und Austraße zur Gemarkungsgrenze nach Neckarsulm belaufen sich auf knapp 54 Millionen Euro. Auf die Heilbronner Markung entfallen rund 36 Millionen Euro. Der Bau der Strecke steht unter dem Vorbehalt der Gewährung von Zuschüssen durch Bund und Land. Die Bauzeit wird mit drei Jahren veranschlagt.
Am meisten Zeit muss für den Brückenneubau am Sülmertor aufgebracht werden. Eineinhalb Jahre sind hierfür vorgesehen. Am Sülmertor biegt die Stadtbahn von der Paulinenstraße in Richtung altes Industriegebiet ab.
Die Paulinenstraße selbst wird zur Einbahnstraße. Von den bisherigen vier Fahrspuren werden zwei für die Stadtbahntrasse zur Verfügung gestellt, der Gehweg wird einen Meter schmaler. Das Niveau der Straße am Sülmertor wird zwei Meter tiefer gelegt. Bei den aktuellen Planungen ist keine Spur mehr für den Autoverkehr vorgesehen. Noch ist nicht klar, ob die Christophstraße zur Sackgasse oder zur Einbahnstraße wird.
Momentan laufen noch Verhandlungen zum Erwerb der Gebäude, damit Richtung Industrieplatz eine Fahrspur erstellt werden kann. Der Bau der Unterquerung der bestehenden Bahnlinie ist mit vier Millionen Euro der teuerste Teilabschnitt. "Wäre er nicht zu realisieren gewesen, hätte dies die gesamte Trassenführung der Stadtbahn zu Fall gebracht", erläuterte Baubürgermeister Ulrich Frey auf der Rundfahrt. Von der Stadtbahn erhofft er sich auch eine Aufwertung der Allee. Die Stadtbahn wird Richtung Norden in Heilbronn an sechs Haltestellen halten: an der Harmonie, am Berliner Platz, an der Schauffelenstraße, am Industrieplatz, an der Brüggemannstraße und bei der Firma Läpple.
Auf dem Gemarkung Neckarsulm sind Haltestellen am Kaufland und im Rötel geplant. Das Teilstück der Stadtbahn wird im alten Industriegebiet parallel zur Bundesbahnstrecke geführt und erst am Bahnhof in die bereits bestehende Streckenführung eingeschleift. Die Nordstrecke soll künftig durch das Neckartal bis Neckarelz und Mosbach und durch das Elsenztal über Bad Wimpfen und Bad Rappenau nach Sinsheim führen. Ebenfalls bis zum Jahr 2010 soll die Zabergäustrecke über Lauffen nach Zaberfeld realisiert sein.

QUELLE: Maria Theresia Heitlinger, HEILBRONNER STIMME...



6.Mai 2005: Nordtrasse endgültig beschlossen

Leidenschaftlich hat sich die FDP-FWV-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat für ihren Antrag verkämpft, die Stadtbahn über den Europaplatz und die neuen Handelszentren nach Norden zu führen. Bei der Abstimmung am Mittwochabend blieb sie allein.
Von den ursprünglich vier Varianten wurden im Heilbronner Gemeinderat nur noch zwei ernsthaft in Erwägung gezogen. Für die sechsköpfige FDP-FWV-Fraktion warb Nico Weinmann mit Engelszungen, nicht auf dem städtebaulichen Entwicklungsstand von vor zehn Jahren zu beharren, sondern zur Kenntnis zu nehmen, dass Heilbronn im alten Industriegebiet zwischen Europaplatz und Industrieplatz neue Handelszentren ermöglicht habe. Dorthin, wo das höchste Fahrgastpotenzial zu erwarten sei, müsse die Stadtbahn fahren. Und dafür müssten auch die höheren Kosten in Kauf genommen werden. Sein Appell: "Die Heilbronner Trumpfkarte gegenüber dem Umland ziehen."
Schon in zehn bis 15 Jahren, prophezeite Richard Drautz (FDP), würde man sich "die Haare raufen" bei der Frage, warum man nicht weitsichtig für die Nordtrasse der Stadtbahn den Europlatz und die Weipertstra¤e gewählt habe. Den sechs Mitgliedern der FDP-FWV-Fraktion gelang es dennoch nicht, auch nur einen einzigen Stadtrat auf ihre Seite zu ziehen.
Für die CDU-Fraktion beteuerten Helga Drauz-Oertel und Alexander Throm, dass man "den prüfenswerten und ernst zu nehmenden FDP-FWV-Antrag" ausgiebig erörtert habe, ihn aber gleichwohl ablehne. Nicht zu übersehen seien die im zweistelligen Millionen-Bereich höheren Kosten. Als ausschlaggebendes Argument führten sie aber die Verkehrsproblematik ins Feld. Sowohl auf der Mannheimer Straße wie auf dem Europaplatz und in der Weipertstraße ginge "nichts mehr vorwärts". Grundsätzlich bekannte sich Drauz-Oertel zur Stärkung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs, was aber nicht dazu führen dürfe, dort den Individualverkehr abzuwürgen. Aus diesem Grund bekannte sich die CDU-Fraktion für die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante über die Paulinenstraße, das Sülmertor, den Industrieplatz, die Austraße und Hans-Rießer-Straße und danach parallel zur bestehenden Bahnlinie nach Neckarsulm.
Einhellig setzte sich auch die SPD-Fraktion für diese "schülerfreundliche und kostengünstigere Variante" ein, die gleichzeitig eine Aufwertung der Nordstadt bedeute, wie Herbert Burkhardt betonte. "Unabdingbar" ist für die Grünen laut Wolf Theilacker die Anbindung der Schulen und der Nordstadt. Die Reps blieben, so Alfred Dagenbach, mit ihren grundsätzlichen Zweifeln an der Stadtbahn ihrer Linie treu.
Für die Verwaltung hatte Baubürgermeister Ulrich Frey eindringlich vor den Verkehrsproblemen beim Europaplatz gewarnt und auf das beabsichtigte Ziel hingewiesen, mit der Stadtbahn die Menschen in die Heilbronner Innenstadt zu holen.

QUELLE: Gerd Kempf, HEILBRONNER STIMME...



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